Neun europäische Glücksspielbehörden haben am Mittwoch eine koordinierte Initiative zur Regulierung nicht lizenzierter Vorhersagemarktplattformen auf dem gesamten Kontinent angekündigt. Die Durchsetzungskampagne startet vor der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 und richtet sich gegen Anbieter wie Polymarket und Kalshi.
Die beteiligten Behörden aus Belgien, Frankreich, Deutschland, Italien, den Niederlanden, Polen, Portugal, Spanien und der Schweiz stufen Vorhersameplattformen als nicht lizenzierte Glücksspielaktivitäten ein. Während die USA weiterhin darüber debattieren, ob diese Märkte Glücksspiel oder Finanzinstrumente darstellen, behandeln die europäischen Regulierungsbehörden diesen Bereich als Glücksspielbetrieb.
Laut der gemeinsamen regulatorischen Erklärung priorisieren die Behörden den Verbraucherschutz und die Marktintegrität, insbesondere im Hinblick auf den rund-um-die-Uhr-Zugang zu Plattformen ohne obligatorische Wettkapitalgrenzen oder Auszeitperioden. Die Beamten wiesen auch auf unzureichende Alters- und Identitätsverifizierungsverfahren hin, was die Sorge um den Schutz junger Nutzer aufwirft.
Durchsetzungsmaßnahmen und Branchenrichtlinien
Die Regulierungsbehörden haben sich verpflichtet, Informationen auszutauschen und die Überwachung der Werbekonformität und der Wette-Integritäts-Sicherheitsvorkehrungen während der Weltmeisterschaft zu koordinieren. Geplante Maßnahmen umfassen Aufklärungskampagnen in sozialen Medien, formelle Warnungen, Geldbußen, Werbeeinschränkungen und Kontosperrungen, mit einem Schwerpunkt auf Plattformen, die sich auf Offshore- oder dezentrale Krypto-Lizenzen stützen.
Sportverbände, Ligen und Vereine wurden aufgefordert, den rechtlichen Status ihrer kommerziellen Partner vor dem Abschluss von Sponsoringvereinbarungen zu überprüfen.
Die spanische Dirección General de Ordenación del Juego (DGOJ) hat im vergangenen Monat einen vorübergehenden Block für Polymarket und Kalshi implementiert, nachdem bestätigt wurde, dass die Plattformen ohne die erforderlichen Verwaltungslizenzen operierten. Ähnliche Geoblocking-Maßnahmen wurden in anderen beteiligten Regionen angewendet.
Quelle: Gemeinsame Erklärung der neun europäischen Glücksspielregulierungsbehörden.