EveryMatrix hat einen Whitepaper veröffentlicht, der vier unterschiedliche Kategorien von Bonus-Missbrauch im Online-Gaming-Sektor detailliert darlegt. Der von Tetiana Dychenko und Stian Enger Pettersen verfasste Bericht hebt einen Wandel von isoliertem Spielerverhalten hin zu koordinierten Syndikat-Operationen hervor.
Die Analyse unterteilt die Missbraucher in Einzel-Bonusjäger, Sport-Trader, Insider und Syndikate. Einzeljäger stützen sich auf temporäre Konten, Multi-Accounting und Wagering-Schleifen. Sport-Trader nutzen automatisierte Wettskripte und Cross-Book-Hedging, um risikofreie Renditen zu sichern.
Insider manipulieren Marketing-KPIs durch Traffic-Laundering, Fake-Conversions und Referral-Farming. Syndikate agieren auf industrieller Ebene und setzen Bot-Netzwerke, IP-Farming und Identitäts-Spoofing ein, um Erkennungssysteme zu umgehen.
Steigende Betrugsraten und Syndikat-Operationen
Branchen-Daten zeigen, dass sich die iGaming-Betrugsraten zwischen 2023 und 2025 verdoppelt haben, wobei 83 % der Fachleute eine Zunahme der Aktivitäten im Vergleich zum Vorjahr feststellten. Europol stuft Betrugsschemata als das am schnellsten wachsende Segment der organisierten Kriminalität ein. Tetiana Dychenko, Chief Technical Officer für Casino bei EveryMatrix, erklärt, dass Missbrauch heute hochgradig organisiert und auf Skalierbarkeit ausgelegt ist.
„Es handelt sich nicht länger um isolierte Einzelpersonen, die allein agieren“, so Dychenko. „Es sind koordinierte Gruppen mit dedizierten Teams, die Promotionen kontinuierlich überwachen, nach Schwachstellen suchen und jede entdeckte Lücke rasch ausnutzen. Sobald eine Schleife identifiziert wird – sei es in Bonusbedingungen, Spielmechaniken oder Onboarding-Prozessen – verbreitet sich die Information schnell im Netzwerk.
Was als kleines Problem beginnt, kann sich in sehr kurzer Zeit zu erheblichen finanziellen Verlusten entwickeln.“