Der asiatische Kasinomarkt erlebt ein mögliches Überangebot an Spielstätten, wobei wichtige Zentren wie Macau und Japan finanzielle Engpässe verzeichnen. Branchenanalysten stellen fest, dass die jüngsten Investitionsniveaus keine proportionalen Renditen in der Gewinnspanne vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) erzielt haben.
Marktsättigung und finanzielle Leistung
Paul Steelman, CEO von Steelman Partners, identifiziert eine eindeutige Übersättigung von Kasinos in der gesamten Region. Diese Beobachtung steht im Kontrast zur Vorhersage von Sheldon Adelson, dem Gründer von Las Vegas Sands, aus dem Jahr 2007, dass Asien zehn Märkte in der Größe von Las Vegas unterstützen könnte. Derzeit ist die Gaming-Umsatzentwicklung in den Philippinen im ersten Quartal des Jahres um 16 % eingebrochen, während fünf der sechs Konzessionsnehmer in Macau Gewinne unter dem Niveau von 2019 meldeten.
Finanzdaten deuten auf eine Entkopplung zwischen Kapitalausgaben und Gewinnwachstum hin. Schätzungen zufolge wurden seit 2019 etwa 21 Milliarden US-Dollar in das asiatische Land-basierte Gaming investiert. Die regionale EBITDA ist jedoch relativ flach geblieben und stieg von 13,6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2018 auf 13,7 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025. John DeCree von CBRE Capital Advisors merkt an, dass zwar ein Angebotsüberhang besteht, die primäre Herausforderung jedoch in Projekten liegt, die Schwierigkeiten haben, ihren Betrieb effektiv aufzubauen.
Ein 2019er Bericht, den DeCree gemeinsam mit dem Analysten Grant Govertsen verfasste, projizierte ursprünglich eine Pipeline von 65 Milliarden US-Dollar an neuen Projekten bis 2025. Die Analyse berechnete, dass die regionale EBITDA 27,7 Milliarden US-Dollar erreichen müsste, um die vorgeschlagenen Immobilien außerhalb Japans zu rechtfertigen.
Die Pandemie verzögerte einen Teil dieses Angebots, doch hochrentable Investitionsmöglichkeiten bleiben rar.
Bereits Anfang 2022 zeigte der japanische Markt ähnliche Nachfragebeschränkungen. Trotz seiner Position als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt zum damaligen Zeitpunkt trat nur ein qualifizierter Bieter für drei integrierte Resort-Lizenzen auf.